Mobilitätsbefragung

Die Idee der Südanbindung Perlach (SAP) ist vom Tisch. Die Stadt München wird sie nicht umsetzen. Damit ist die ursprüngliche Verkehrsplanung für Unterbiberg gestrichen. Der Verkehr schlängelt sich weiterhin durch den Ort. Nun muss weitergedacht werden. Wie lässt sich die Verkehrssituation in Unterbiberg verbessern? Was kann künftig in Unterbiberg geplant werden?

 

Der Neubiberger Gemeinderat möchte Klarheit. Um eine eindeutige Antwort zu erhalten, lässt die Gemeinde rund 350 Haushalte in Unterbiberg zu ihrem Mobilitätsverhalten befragen. Den Auftrag hat Dipl.-Ingenieur Christian Fahnberg von Ingevost, einem Planegger Ingenieurbüro für Verkehrsuntersuchungen im Orts- und Stadtbereich, erhalten. Die Befragung ist Teil der integrierten Rahmenplanung für Unterbiberg.

 

Das Ziel hängt vom Ergebnis ab

 

Bisher wurde nur der motorisierte Verkehr in Unterbiberg gemessen. Dieser drittelt sich auf Unterbiberger, Personen von der Universität und Personen, die lediglich durch Unterbiberg hindurchfahren. Jetzt sollen auch die Wege erfasst werden, die zu Fuß, mit dem Rad oder den öffentlichen Verkehrsmitteln zurückgelegt werden. Die Ergebnisse dienen dem Gemeinderat als Entscheidungsgrundlage für künftige Planungen am Ort.

 

Zeigt sich, dass der Radverkehr innerhalb des Ortsteils bei nur zehn Prozent liegt, sollen Radverkehrswege ausgebaut werden, um die Bereitschaft zum Fahrradfahren zu fördern. Legen die Unterbiberger schon sehr viele Wege zu Fuß oder mit dem Rad zurück, wird man weiterhin an der Attraktivität und Sicherheit der Rad- und Fußwege arbeiten, um die hohe Prozentzahl halten zu können. „Das Ziel hängt also stark vom Ergebnis ab“, erklärt Bürgermeister Günter Heyland. „Die Befragung wird in jedem Fall neue Erkenntnisse darüber liefern, inwieweit man am Eigenverkehr etwas drehen und auf das Mobilitätsverhalten der Unterbiberger einwirken kann“, sagt Fahnberg.

 

Drei Fragebögen

 

Nach einem statischen Zufallsverfahren wurden 350 Haushalte in Unterbiberg ausgewählt und bereits angeschrieben. Die Stundeten der Universität der Bundeswehr, die auf dem Campus leben, bleiben außen vor. Die angeschriebenen Personen sollen am Donnerstag, 9. Oktober, alle ihre Wege protokollieren. Dazu erhalten sie einen Tag zuvor drei Fragebögen: Im Haushaltsbogen werden allgemeine Daten wie Haushaltsgröße und Fahrzeugbesitz abgefragt. Auf diesem Papier haben die Personen auch die Möglichkeit, Anregungen und Kommentare aufzuschreiben. Der Personenbogen erfragt beispielsweise Geschlecht, Berufstätigkeit, Führerscheinbesitz, Fahrzeugverfügbarkeit und ÖPNV-Kartenbesitz. Auf dem Wegebogen sollen alle Wege notiert werden, die am festgelegten Stichtag zurückgelegt werden.

 

Den Personen- und Wegebogen soll jede Person im Haushalt von zehn Jahren und älter ausfüllen. Fährt der 14-jährige Sohn beispielsweise mit dem Rad zur S-Bahnhaltestelle und von dort mit dem Zug weiter Richtung München und nutzt dort noch den Bus, um zur Schule zu kommen, ist das ein Weg mit drei verschiedenen Fortbewegungsmitteln. Der Rückweg ist ein weiterer Weg. Fährt die Mutter ihre Tochter mit dem Auto zum Kindergarten und danach gleich zum Einkaufen, sind dies zwei Wege, die protokolliert werden müssen. Ein Weg wird als eine Ortsveränderung außer Haus mit einem bestimmten Zweck zu einem Ziel definiert. Die genaue Zieladresse wird ebenfalls abgefragt, um sie bestimmten Ortsbereichen eindeutig zuordnen zu können. Auch wer nicht das Haus verlässt, soll dies in der dafür vorgesehenen Kopfzeile auf dem Fragebogen kennzeichnen und an Ingevost zurückschicken.

 

Je größer die Beteiligung, desto korrekter die Konsequenzen aus den Ergebnissen

 

Fahnberg versichert, dass der Datenschutz gewahrt ist und die Daten nicht weitergegeben werden. Auch werden die Daten auf einem netzunabhängigen Rechner gespielt, um Hackern keine Chance zu geben. Die Teilnahme ist freiwillig. Doch Heyland erklärt, dass die Ergebnisse und vor allem die Konsequenzen daraus umso richtiger seien, desto höher die Beteiligung an der Befragung ist. „Diese Befragung soll als Chance auf Mitwirkung verstanden werden“, fügt er hinzu.

 

Die Ergebnisse wurden Anfang 2015 im Gemeinderat präsentiert.

KONTAKT

Ingevost
Richard-Strauss-Straße 32
82152  Planegg
 
Telefon: +49 800 4643867
 

Nachrichten

Unterbiberger zeigen großes Interesse an Verbesserung ihrer Verkehrssituation

Der Rücklauf der Mobilitätsbefragung in Unterbiberg war ein voller Erfolg: über 70 Prozent Rücklauf. Das beste Ergebnis, das das Ingenieurbüro Ingevost bisher erzielt hat.