Leitbild NEUN

Verantwortungsvolle Aufgaben, deren Umsetzung eine Vielzahl von Menschen betreffen, sollten nicht ohne eine Richtschnur angegangen werden. Aus diesem Grund hat sich Günter Heyland zu Beginn seiner Amtszeit als Erster Bürgermeister ein politisches Steuerungskonzept gegeben: das Leitbild NEUN, das mit Hilfe der Großbuchstaben bewusst eine Klammer zwischen Neubiberg und Unterbiberg setzt. Dabei handelt es sich um eine Art Fahrplan, der einerseits alle noch anstehenden Projekte in der Siedlungs-, Gewerbe-, Verkehrs-, Umwelt-, Bildungs- und Sozialentwicklung auflistet und andererseits die Arbeitsweise beschreibt, mit der der Gemeinderat diese Pläne angehen soll. So haben für Heyland beispielsweise eine Wirtschaftlichkeits- und Effizienzverbesserung sowie eine größtmögliche Transparenz oberste Prioritäten.

 

Schwerpunkt 1: Lebendige Ortsmitte

 

Was die Projekte betrifft, so setzt das Leitbild NEUN fünf Schwerpunkte: Dazu gehört zum einen die Gestaltung einer „lebendigen Ortsmitte“. Unter diesem Stichwort fasst Heyland ein geordnetes Wachsen und die Entwicklung einer Ortsmitte, sprich: den Bereich um den S-Bahnhof und die Hauptstraße, zu einem attraktiven Zentrum mit Einkaufs-, Dienstleistungs-, Verkehrs-, Kultur-, Bildungs- und Freizeitqualität zusammen. Derzeit arbeiten Bürgermeister, Gemeinderat, Verwaltung und Fachplaner an zwei Bebauungsplänen, die sie auch schon auf einer Informationsveranstaltung der Öffentlichkeit vorgestellt haben. Mehrere Anregungen und auch Einwände der Bürger wurden inzwischen näher untersucht und fließen in die Bebauungsplanentwürfe ein. Seit September beschäftigt sich der Gemeinderat erneut mit der Planung an der Freiherr-von-Stengel-Straße.

 

Schwerpunkt 2: Soziale Verantwortung

 

Ein weiterer Schwerpunkt ist die Wahrnehmung und Ausgestaltung „sozialer Verantwortung“. Bei diesem Projekt geht es darum, die Träger sozialer Institutionen zu unterstützen, sei es bei der Entwicklung von Angeboten auf dem Sektor der Beratung und der ambulanten Hilfe, bei der Schaffung von Betreuungsplätzen oder bei der Förderung der Integration. Dem Grundsatz der „Hilfe zur Selbsthilfe“ wolle man dabei treu bleiben, erklärt Heyland. „Ständige Verbesserung der sozialen Infrastruktur für Jung und Alt in Neubiberg und Unterbiberg“, lautet eine weitere Maxime. Ebenso sehe man sich dem Streben nach „Stärkung und Unterstützung der Familien zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf“ verpflichtet. Dabei werde man sowohl die faktische Nachfrage als auch die prognostizierte demographische Entwicklung im Auge behalten. Heyland ist obendrein ein Verfechter der Vernetzung von sozialen Einrichtungen, die allein schon von ihrer Aufgabenstellung her Gemeindegrenzen überschreiten.

 

Schwerpunkt 3: Effiziente, bürgernahe Verwaltung

 

Der dritte Projektbaustein soll das Fundament für eine „effiziente, bürgernahe Verwaltung“ legen, bei der sich das Rathaus einer Verwaltungsreform unterzieht.

 

Schwerpunkt 4: Nachhaltigkeit im Umwelt- und Klimaschutz

 

Der vierte stützt das Prinzip „Nachhaltigkeit im Umwelt- und Klimaschutz" und sieht zum Beispiel energetische Sanierungen im Gemeindegebiet vor.

 

Schwerpunkt 5: Regulieren unkontrollierter Bauentwicklung

 

Als Basis für eine organische Ortsentwicklung, die weiterhin den „naturnahen Charakter“ behält, soll das fünfte Projekt „Regulieren unkontrollierter Bauentwicklung“ dienen. Erreicht werden soll dies unter anderem durch ein wohl überdachtes Nachverdichtungskonzept, mit dem vor kurzem ein Planungsbüro beauftragt wurde. Letztlich drehe sich alles um eine „ganzheitliche Definition von Zielen und Visionen unter Berücksichtigung reeller Umsetzungsmöglichkeiten“, lautet Heylands Fazit. Die durchaus angespannte finanzielle Situation der Gemeinde gebe dabei klare Prioritäten und die schrittweise Abarbeitung der kommunalpolitischen Aufgaben vor.

 

Beim Leitbild NEUN handelt es sich um ein vom Ersten Bürgermeister entwickeltes Steuerungskonzept, das er dem Neubiberger Gemeinderat im Juli 2009 vorgestellt hat.