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Oberstufentheater des Gymnasiums Neubiberg

Die heilige Johanna der Schlachthöfe

 
Die heilige Johanna der Schlachthöfe
(Quelle: Gymnasium Neubiberg)

Theater- und Dokumentarfilmprojekt am Gymnasium Neubiberg. Schülerinnen und Schüler aus der Oberstufe (Q11 und Q12) entwickeln eine Theaterinszenierung des Stücks „Die heilige Johanna der Schlachthöfe“ von Bertolt Brecht mit allem was dazugehört: Inszenierung, Spielen der Rollen, Bühnenbild, Kostüm, Maske, Technik, Promotion (Plakate, Flyer, Internet), Sponsoring, Pressearbeit. Dabei werden sie von der Dokumentarfilmregisseurin Yulia Lokshina  und ihrem Team begleitet, deren Aufzeichnungen in einen abendfüllenden Dokumentarfilm über die Arbeitsbedingungen an deutschen Großschlachthöfen einfließen. Der Kurs läuft seit Anfang des Schuljahres 2017/18 und mündet in vier öffentlichen Abendvorstellungen.

„Verdammte Zeiten! Der Markt liegt verwüstet ...‟ - Um seinen Profit zu steigern, zwingt Chicagos Fleischkönig Pierpont Mauler die Konkurrenten in einen ruinösen Wettbewerb. Fabriken schließen, Viehhändler gehen bankrott, die Arbeiter hungern.

Johanna Dark, Soldatin der kirchlichen Heilsarmee, glaubt nicht an die Unveränderbarkeit der Welt. Sie sieht ein gesellschaftliches System, das jeden Tag aufs Neue und unverhohlen Ungerechtigkeit produziert. Die Arbeiter auf den Schlachthöfen Chicagos arbeiten unter unmenschlichen Bedingungen und bekommen viel zu wenig Lohn. Und Johanna beschließt dagegen anzugehen – mit ihrem Glauben, ihrem Idealismus, ihrer Vorstellung einer besseren Welt. Mitten in einer wirtschaftlichen Krise versucht sie zwischen Arbeitern und Arbeitgebern zu vermitteln – und stößt dabei auf den Fleischmagnaten Pierpont Mauler. Je mehr Johanna sich allerdings bemüht, den Arbeitern zu helfen, umso mehr spielt sie dem skrupellosen Kapitalisten in die Hände, der ihren Altruismus perfekt instrumentalisiert und in sein System integriert. Und je unermüdlicher und verzweifelter der Kampf Johannas mit sich und der Welt wird, desto mehr weicht ihr Glaube der Radikalität: „Es hilft nur Gewalt, wo Gewalt herrscht, und es helfen nur Menschen, wo Menschen sind.“

Bertolt Brecht schrieb „Die heilige Johanna der Schlachthöfe“ 1929/31 vor dem Hintergrund von Massenarbeitslosigkeit und Weltwirtschaftskrise. In der heutigen Zeit, in der die Kluft zwischen Arm und Reich in Europa immer tiefer wird und immer mehr Menschen von einem Leben mit geregelter Arbeit ausgeschlossen sind, ist Brechts Lehrstück über die Mechanismen unseres Wirtschaftssystems brandaktuell.

 

 

 
Kategorie:
Kultur
 
Datum:
Mittwoch, 7.3.2018 bis 10.3.2018
Zusatzinfo:

Beginn jeweils 20:00 Uhr

Ort:
Gymnasium Neubiberg, Theaterkeller
Eintritt:
Kostenfrei
Vorverkauf:
Nein
Veranstalter:
Gymnasium Neubiberg