3. Die Wettbewerbssieger

Der 1. Preis

 

Den 1. Preis gewonnen haben SPREEN Architekten aus München in Zusammenarbeit mit terra.nova Landschaftsarchitektur, ebenfalls aus München.

 

Der Entwurf überzeugte das Preisgericht aufgrund der Wiederholung der bereits vorhandenen Bauform des alten Rathauses. Diese schafft, nach Süden versetzt, eine sehr schöne städtebauliche Situation. Die Anbindung an das Rathaus mit dem eingeschossigen Verbindungsbau lässt nach Süden einen klar definierten Platz entstehen und überzeugt nach Norden mit der Übernahme der vorhandenen Gebäudekante. 

 

Mit der Doppelung der steilen Satteldachform passt sich das Ensemble hervorragen in die Umgebung ein. Der Sitzungssaal ist optimal unabhängig zu gebrauchen, der Gartenhof ist sowohl für den Sitzungssaal als auch für die angrenzenden Büros ein sehr angenehmes Freiraumangebot, das auch den Bürgerinnen und Bürgern von außen offen steht.  

 

Die Gestaltung des Außenbereichs mit versetzt angeordneten Bäumen und querliegenden Hochbeeten schränken die Sichtachse zum Rathaus ein wenig ein. Die Fußwege nach Osten und Norden verknüpfen hingegen optimal alle Straßen.

Der Entwurf liegt in der Wirtschaftlichkeitsbetrachtung überdurchschnittlich gut.  

 

Insgesamt liegt beim Siegerentwurf ein städtebaulich sehr überzeugendes Konzept vor, das mit seiner klaren und modernen Baugestaltung zudem eine schöne, zeitgemäße Antwort auf die gestellte Aufgabe gibt.  

Der 3. Preis

Um die hohe Qualität des Siegerentwurfs hinsichtlich der Erfüllung der Wettbewerbsaufgabe hervorzuheben, entschied das Preisgericht, anstelle eines 2. Preises zwei 3. Preise zu vergeben.

 

Der 3. Preis ging an Thomas Hammer Architekten aus München, in Zusammenarbeit mit dem Landschaftsarchitekten Helmut Schmitt aus Reichertsheim.

 

Der zentrale Entwurfsgedanke, dem Rathaus gegenüber eine Platzfolge mit mehr Präsenz zur Hauptstraße zu geben, stellt einen für die Lebendigkeit der Ortsmitte interessanten Aspekt dar.
Allerdings entspricht dies nicht den aktuellen Nutzungen - im Gegenteil wäre die befestigte Fläche vor dem Rathaus zweckmäßig - und die Marktüberdachung versperrt den freien Blick auf das Rathaus.  Die Möglichkeit das Rathaus fußläufig an beiden Seiten zu passieren und auch die Querung nach Osten werden geschätzt.

 

Außerdem sind der maßstäbliche Bezug des Rathauserweiterungsbaus zum Haus für Weiterbildung, der ausgewogene Umgang mit dem Bestand und dabei insbesondere auch die angemessene Höhenentwicklung positiv bewertet worden.

 

Der großzügige Eingangsbereich wirkt einladend. Die gute Platzierung des Sitzungssaals im 1. Obergeschoss ermöglicht eine optimierte Raumhöhe.

 

Insgesamt stellt die Arbeit einen maßstäblichen und gelungenen Vorschlag für eine Rathauserweiterung dar.

Der weitere 3. Preis

Ein weiterer 3. Preis ging an Scheidt Kasprusch Architekten aus Berlin, in Zusammenarbeit mit Kubus Freiraumplanung, ebenfalls aus Berlin.

 

Das Preisgericht würdigte hier vor allem die städtebauliche Disposition: die drei öffentlichen Gebäude Altes Rathaus, Haus für Weiterbildung und gegenüber die Rathauserweiterung formen einen sehr gelungenen Platz mit allen Eingängen, dessen mittige Teilung über einen mittigen Niveausprung jedoch schwierig ist.

Einerseits wird zwar durch das Plateau das Alte Rathaus herausgestellt. Andererseits ist diese Art der Platzgestaltung schwierig bei Veranstaltungen. Fraglich ist auch das leichte Überschneiden des Neubaus mit dem Altbau.

 

Außerdem leidet der südliche Freiraumkorridor unter der weit von der Hauptstraße gelegenen Tiefgaragenzufahrt und auch die Baumallee passt nicht ins Gesamtbild.

 

Der Sitzungssaal schält sich aus dem eingeschossigen Anbau an das Alte Rathaus als Endpunkt einer sehr gelungenen Gebäudeabwicklung an der Nordseite als extra Anbau heraus. Der Saal liegt daher sehr gut für eine separate Abendnutzung.

 

Die vorgeschlagene Fassadengestaltung ist vielversprechend und die Bauweise in hochdämmendem Mauerwerk ist zu begrüßen.

Abschluss des Wettbewerbs- und Vergabeverfahrens

 

Die drei mit Preisen prämierten Wettbewerbsarbeiten haben sich für die zweite Phase des Verfahrens der Auftragsvergabe der Planungsleistungen durch die Gemeinde qualifiziert.  

 

Im Anschluss an das Wettbewerbsverfahren wurden mit den Preisträgern sogenannte Verhandlungsgespräche geführt, bei denen nur mehr rein auftragsbezogene Kriterien wie Qualifikation der vorgesehenen Projektleiter der Planung und Bauleiter zur Überwachung der Ausführung, Methoden der Kosten- und Terminsicherung und die Höhe des Planungshonorars nach einer bereits vorab festgelegten Wertungsmatrix abgefragt wurden. Aus dem Verhandlungsgespräch ist der 1. Preisträger als Sieger hervorgegangen.  

 

Nach Beschluss des Gemeinderats vom 19.03.2018 wird mit diesem nun der Vertrag über die Planungsleistungen zur Sanierung und Erweiterung des Rathauses, zum Bau der Freianlagen und der Tiefgarage abgeschlossen.