Ortschronik

Als ausführliches Nachschlagewerk, interessante Lesepublikation und Bilderband haben Katja Klee und Hermann Rumschöttel im Auftrag der Gemeinde Neubiberg die Ortschronik "Neubiberg - Unterbiberg. Von den Anfängen am Hachinger Bach bis ins 21. Jahrhundert" herausgegeben.

 

Das 480seitige Buch mit 199 farbigen und 344 schwarz-weißen Abbildungen ist für 29,90 Euro an der Rathausinformation am Rathausplatz 12, in der Gemeindebibliothek am Rathausplatz 8-10 und bei Bücher Lentner in der Hauptstraße 8 zu kaufen.

 

Überblick über den Buchinhalt

 

Reich bebildert und 480 Seiten dick entwirft es für alle Alteingesessenen wie Neuzugezogenen ein ebenso fundiertes wie abwechslungsreiches Ortsporträt, das zum Schmökern, Durchblättern und Nachforschen anregen soll. Bereits der Buchumschlag ist Programm: Bunt, facettenreich und lebendig illustrieren Impressionen aus Unter- und Neubiberg den Weg aus der Vergangenheit in die Gegenwart und werfen gleichzeitig einzelne Schlaglichter auf wichtige Themen der Ortsgeschichte und des Gemeindelebens. Ein Luftbild verspricht, den Überblick übers Ganze nicht zu verlieren, und so widmet sich das Buch von „Unterbiberg – Neubiberg“ mit voller Aufmerksamkeit beiden Ortsteilen gleichermaßen, die – wie es ausführlich beschrieben ist – historisch ohnehin untrennbar zusammengehören.

 

Als Ergebnis mehrjähriger Recherchen und intensiver Vorarbeiten liegt nun eine Sammlung von Aufsätzen renommierter Autoren vor, die ein aufschlussreiches Bild von der Entstehung und Entwicklung der Gemeinde abgeben. Dabei ist das Buch, dessen wissenschaftliche Redaktion in den fachkundigen Händen von Prof. Dr. Hermann Rumschöttel lag, in mehrere Schwerpunkte untergliedert: Zunächst bietet ein farbiger Bildteil mit Fotografien aus den vergangenen zehn Jahren dem Leser die Möglichkeit, einem „Ortsspaziergang“ gleichend Seite für Seite durch die Gemeinde zu bummeln und dabei vielleicht manchen neuen Blickwinkel zu entdecken. Von den Anfängen am Hachinger Bach bis ins 21. Jahrhundert spannt sich anschließend der chronologische Bogen der historischen Kapitel, die – sorgfältig recherchiert und detailreich erzählt – eine wahre Wissens-Fundgrube darstellen.

 

Wie Neubiberg zu dem wurde, was es ist

 

Über 2.000 Jahre reicht die Geschichte der Besiedelung am Hachinger Bach – der Lebensader der Neubiberger Vorfahren – zurück. Wie Detektive tasten sich die Archäologen an die frühesten Zeugnisse der Geschichte heran und fügen diese Stück für Stück zu einer schlüssigen Interpretation zusammen. Zu ihren interessantesten Entdeckungen zählen sicherlich die Keltenschanze, der das spätere Dörfchen seinen Namen „Pipurk“ verdankte, sowie die Grabbeigabe eines spätantiken Tonbechers mit der Inschrift „Vivamus!“ („Lasst uns leben!“) – ein Motto, das in den 90er Jahren des 20. Jahrhunderts namensgebend für ein gesamtes Baugebiet wurde. 

 

Während des Mittelalters begann für das Dorf eine 900-jährige Abhängigkeit vom Kloster Tegernsee, für das die Biberger Bauern wirtschaften mussten. In dieser Zeit wurde auch die St. Georgskirche, das „Wahrzeichen“ Unterbibergs, errichtet. Der Neubiberger Historiker und Mittelalterspezialist, Prof. Dr. Wilhelm Störmer, hat für seinen Aufsatz die originalen handschriftlichen Quellen ausgewertet.

 

Die Gemeinde entsteht und wächst

 

Zu Beginn des 19. Jahrhunderts wurde Unterbiberg eine selbstständige Gemeinde. Neue Einwohner siedelten sich an, eröffneten Geschäfte und Betriebe, zunächst noch rund um den alten Dorfkern, dann auch zunehmend im östlichen Ortsteil, der bald schon als „Neubiberg“ bezeichnet wurde. Mit der Eröffnung der Bahnlinie Giesing-Aying war 1904 quasi der Startschuss zur unaufhaltsamen Entwicklung der Gemeinde östlich der Rosenheimer Landstraße gegeben. Zahlreiche „Kolonisten“ ließen sich nieder und schufen sich binnen kurzem eine eigene kommunale Infrastruktur mit Nahversorgung, Schule und Kirche. Mit dem ab 1933 errichteten Flugplatz, der sich zwischen die beiden Ortsteile schob, begann ein neuer Abschnitt der Gemeindegeschichte, denn seit Kriegsbeginn erhöhte sich mit dem Zuzug von militärischem Personal die Einwohnerzahl schlagartig. Die Historikerin und ehemalige Gemeindearchivarin, Dr. Katja Klee, beschreibt diese Zeitspanne in drei Beiträgen.

 

Der Weg vom 20. ins 21. Jahrhundert 

 

In den folgenden Kapiteln wird die Zeit vom Kriegsende bis in die jüngste Vergangenheit (Gemeinderatswahl 2009) näher beleuchtet: Nachdem die ärgsten Nachkriegsprobleme bewältigt waren, wurden dringende Maßnahmen in den Bereichen Wohnungsbau und Infrastruktur umgesetzt. Seit den 70er Jahren, in denen auch der Gemeindename von „Unterbiberg“ in „Neubiberg“ verändert wurde, entstanden unter anderem wichtige Erziehungs- und Bildungseinrichtungen. Die Auflösung des Flughafens Ende der 90er Jahre bedeutete schließlich eine weitere Zäsur in der Gemeindegeschichte. Die Jahre von 2000 bis 2009 und damit die ersten richtungsweisenden Schritte ins 21. Jahrhundert sind in dem letzten Text des chronologisch-historischen Teils zusammengefasst. 

 

Typisch Neubiberg!

 

Ein dritter Schwerpunkt des Buches beschäftigt sich eingehend mit einzelnen Facetten des Ortes und des Gemeindelebens wie der Universität der Bundeswehr, dem Flugplatz, Natur und Umwelt, Bildung und Kultur, kirchlichem Leben, Gewerbe und nicht zuletzt der Vielfalt an Neubiberger Vereinen und Institutionen.

 

Als „Zuckerl“ obendrauf gibt es außerdem einen umfangreichen Anhang mit verschiedenen Auflistungen von Baudenkmälern der Gemeinde, Ehrenbürgern, ehemaligen Gemeinderäten (seit 1945) sowie eine ausführliche Zeittafel, die das schnelle Nachschlagen nach Ereignissen ermöglicht.

 

KONTAKT

Gemeinde Neubiberg
Rathausplatz 12
85579 Neubiberg
 
Telefon: +49 89 60012-0
Telefax: +49 89 60012-58

Buchinfo

480 Seiten, 199 farbige Abb., 344 schwarz-weiße Abb., Pappband,

ISBN 3-00-017426-5,

Preis: 29,90 Euro,

herausgegeben von Katja Klee und Hermann Rumschöttel im Auftrag der Gemeinde Neubiberg