Fairtrade Gemeinde

Neubiberg ist seit dem 20. Oktober 2012 offiziell Fairtrade-Gemeinde – und damit damals die erste im Landkreis München und die 100. deutschlandweit. Der Titel wurde der Gemeinde zunächst für zwei Jahre zugesprochen. Im Jahr 2014 hat „Transfair“ geprüft, ob die Kommune weiterhin alle Kriterien einhält. Die Gemeinde Neubiberg konnte nachweisen, dass die Vergabekriterien nach wie vor mit Bravour erfüllt werden. Es wird kontinuierlich am Netzwerk gearbeitet, neue Einzelhändler, Organisationen, Schulen und Vereine werden für den fairen Handel gewonnen. Somit konnte Bürgermeister Heyland im Oktober 2014 eine weitere Urkunde, diesmal über die Titelerneuerung für vier Jahre, entgegennehmen.

International gleicher Standard

Initiator dieser Aktion war Norbert Büker, Vorsitzender der Kolpingsfamilie Neubiberg. Im September 2011 stellte er das Thema dem Ersten Bürgermeister Günter Heyland vor. Weltweit gibt es bereits über 1.000 Fairtrade-Towns. Allen gemein ist, dass sie sich an den international gleichen Kriterien orientieren: Erstens: Es liegt ein Ratsbeschluss vor, Fairtrade-Gemeinde werden zu wollen. In Neubiberg wurde dies am 27. Februar 2012 beschlossen. Zweitens: Es wird eine lokale Steuerungsgruppe gebildet, die die Aktivitäten vor Ort koordiniert. Drittens: Bei einer Ortsgröße zwischen 7.500 und 20.000 Einwohnern müssen vier Geschäfte und zwei Gastronomiebetriebe gesiegelte Produkte aus fairem Handel anbieten. Viertens: Bei einer Einwohnerzahl unter 200.000 muss jeweils eine Schule, ein Verein und eine Kirche gewonnen werden, die Fairtrade-Produkte verwenden und auch Bildungsaktivitäten zum Thema „Fairer Handel“ durchführen. Fünftens: Die örtlichen Medien berichten über alle Aktivitäten auf dem Weg zur Fairtrade-Gemeinde. Neubiberg erfüllt inzwischen alle Kriterien.

Hauptthema bei der Titelvergabe: Fußball

Die offizielle Titelvergabe war gekoppelt an ein Fußballfest mit einem Lebend-Kicker, einem Fußballparcours und mehreren Infoständen. Weil das Spektrum an fairtrade-zertifizierten Produkten längst nicht mehr nur Kaffee, Schokolade oder Bananen umfasst, sondern beispielsweise auch Fußbälle, hat sich die Steuerungsgruppe das Spiel mit dem runden Lederball als Hauptthema gewählt.

Die Verantwortlichen haben dafür gesorgt, dass ausschließlich Bälle mit dem Fairtrade-Siegel zum Einsatz kamen, die von der Sportartikelfabrik Derbystar aus Goch bei Duisburg gesponsert wurden. Der FC Unterbiberg und der TSV Neubiberg konnten sich darüber hinaus über einen ganzen Schwung an fairtrade-hergestellten Bällen freuen, die ihnen Bürgermeister Günter Heyland schenkte. Wer selbst ausprobieren wollte, wie schwierig es ist, Bälle zu nähen, konnte selbst Hand anlegen. Auch der Bürgermeister versuchte sein Glück. 

Mehr Fokus auf bio-fair-regional

Künftig werden sich in Neubiberg vermehrt Veranstaltungen um das Thema „fairer Handel“ und das sich selbst gesteckte Motto „bio-fair-regional“ drehen. Schon seit vielen Jahren findet jeweils donnerstags der Biomarkt in Neubibergs Umweltgarten statt, auf dem neben Bioprodukten aus aller Welt auch regional produzierte Waren und Lebensmittel verkauft werden. Dieses Angebot wird nun um fair gehandelte Produkte aus Asien, Afrika und Lateinamerika ergänzet werden. Mit dem 2015 bereits zum vierten Mal stattfindenden Nachtbiomarkt wurde die Bekanntheit dieses Marktes gezielt erhöht.

Die Schulen, Vereine und Kirchen haben ebenfalls verschiedene Ideen, wie sie das Projekt unterstützen. Beispielsweise hat die Montessori-Schule in der Arastraße den fairen Handel bereits ausführlich behandelt und hat dies nach eigenen Angaben seit dem Schuljahr 2012/13 weiter ausgebaut.

Bürgermeister Günter Heyland ist sehr froh, dass sich Neubiberg Fairtrade-Gemeinde nennen darf: „Damit unterstützen wir als Vorreiter den fairen Handel und führen unsere Bürger näher an das Thema heran.“ 

Was genau ist Fairtrade? 

TransFair e.V. schreibt auf www.fairtrade-towns.de: Produkte mit dem Fairtrade-Siegel sichern zu, dass die Lebens- und Arbeitsbedingungen von Bauern und Beschäftigten durch Fairtrade-Preise und –Prämie verbessert werden. Außerdem sind illegale Kinderarbeit und Zwangsarbeit verboten. Fairtrade ist eine Strategie zur Armutsbekämpfung. Durch gerechtere Handelsbeziehungen soll die Situation der benachteiligten Produzentenfamilien in Afrika, Asien und Südamerika verbessert, die Binnenwirtschaft gestärkt und langfristig ungerechte Weltwirtschaftsstrukturen abgebaut werden.

Einen kurzen Überblick, was genau hinter dem Fairen Handel steckt und wie das Fairtrade-Prinzip funktioniert, finden Sie hier.

Gymnasium Neubiberg erhält Fairtrade-Titel

Am 18. September 2015 war es soweit: In einem feierlichen Rahmen wurde dem Gymnasium Neubiberg offiziell der Titel Fairtrade-Schule verliehen. Zuvor waren einige Vorbereitungen zu treffen und verschiedene Kriterien zu erfüllen. Neben einem Angebot an fair gehandelten Produkten im Pausenverkauf, soll das Thema Fairtrade auch in den einzelnen Klassen behandelt werden. Die Veranstaltung einer jährlichen Schulaktion zum Thema Fairtrade gehört ebenfalls dazu. Mit einer Vielzahl verschiedener Maßnahmen hat das Gymnasium Neubiberg alle Kriterien erfolgreich erfüllt. Federführend war und ist Religions- und Sportlehrer Peter Müller, er rief 2012 den Arbeitskreis Fairtrade ins Leben.

Bürgermeister Günter Heyland gratulierte den Schülerinnen und Schülern für ihr tolles Engagement. Ihr Einsatz wurde mit einem Gutschein für eine Aktion des AK-Fairtrade honoriert.

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