Geschichte

Die Geschichte Unterbibergs reicht bis in die vor- und frühgeschichtliche Zeit zurück. 1995 durchgeführte archäologische Ausgrabungen haben Funde aus der Hallstattzeit (circa 800-500 v. Chr.) und der späten römischen Kaiserzeit (3./4. Jahrhundert n. Chr.) ans Tageslicht gebracht. Besonderes Aufsehen erregte der „Vivamus“-Becher, der der neuen Siedlung den Namen gab. Die archäologischen Funde von Unterbiberg reihen sich in die frühgeschichtlichen Siedlungsspuren der Umgebung lückenlos ein. Jahrhundertelang war der Hachinger Bach die Lebensader für unsere Vorfahren.

 

Kloster Tegernsee und "Villa Piburg"

 

Um das Jahr 1035 wird Unterbiberg, die „Muttergemeinde“ Neubibergs, als "villa piburg“ erstmals in einem schriftlichen Dokument erwähnt. Hauptgrundherr des Ortes war bis zur Säkularisation 1803 das Kloster Tegernsee. Dieses schuf die bis 1804 bestehende Pfarrei Unterbiberg mit der dem hl. Georg gewidmeten Kirche als Zentrum. Ende des 19. Jahrhunderts errichtete der Bankier Wilhelm Finck in Unterbiberg ein landwirtschaftliches Mustergut.

 

Lokalbahn holt erste Siedler

 

In den östlichen bewaldeten Fluren Unterbibergs ließen sich nach 1900 erste Siedler nieder. Der entscheidende Anstoß für eine Intensivierung der Besiedlung ging vom Bau der Lokalbahnlinie München-Giesing/Aying aus, die 1904 dem Verkehr übergeben wurde. Dritte Station war der Haltepunkt „Neubiberg“. Diese Bezeichnung war ein Jahr zuvor von Prinzregent Luitpold den an der Rosenheimer Straße liegenden sechs Anwesen als Ortsname genehmigt worden.

 

1930 zieht Gemeindekanzlei von Unter- nach Neubiberg

 

Im November 1912 gründeten Siedler und „Kolonisten“ die „Freie Interessentenvereinigung Gartenstadt Neubiberg“, die im Folgenden die gemeindliche Entwicklung stark beeinflusste. Bei wachsender Bevölkerungszahl – 1925 lebten in Unterbiberg rund 250, in Neubiberg bereits doppelt so viele Menschen – entstand bis zum Ende der 20er Jahre eine zeitgemäße kommunale Infrastruktur mit Versorgungseinrichtungen, Schule und Kirche. 1930 wurde die Gemeindekanzlei von Unterbiberg nach Neubiberg verlegt.

 

1933 teilt der Flugplatz Unter- und Neubiberg

 

Mit dem ab 1933 errichteten Flugplatz, der sich zwischen die beiden Ortsteile schob, begann ein neuer Abschnitt der Gemeindegeschichte. Während Unterbiberg seinen dörflichen Charakter bewahrte, entwickelte sich Neubiberg durch Bevölkerungszuzug und Bautätigkeit langsam zu einer Stadtrandsiedlung, ohne dabei die gartenstädtische Prägung zu verlieren. Der Mangel an gemeindeeigenen Grundstücken und fliegerhorstbedingten Baubeschränkungen verhinderten in den 60er Jahren des letzten Jahrhunderts den für viele andere Gemeinden typischen Bau- und Wachstumsschub.

 

In den 70er Jahren entstehen Schulen und Kindergärten

 

Erst nach einem großen Grundstücksankauf (487 Hektar) durch die Gemeinde im Jahr 1973, in dem auch die Hochschule der Bundeswehr in Neubiberg ihren Lehrbetrieb aufnahm, ergaben sich neue öffentliche und private Entwicklungsmöglichkeiten, die zielbewusst und mit Augenmaß genutzt wurden. In rascher Folge entstanden Realschule, Gymnasium, Kindergarten und Kinderhort, Haus für Weiterbildung, Sportzentrum, der Umweltgarten und vieles mehr.

 

1975 wurde der Gemeindename von „Unterbiberg“ in „Neubiberg“ verändert. Bei einer Abstimmung im Zuge der Gebietsreform sprachen sich über 90 Prozent der Bevölkerung für die Erhaltung der Selbständigkeit Neubibergs aus.

 

90er Jahre: Neubaugebiete und Gemeinschaftseinrichtungen entstehen

 

Zu Beginn der 90er Jahre wurde mit der endgültigen Auflösung des Flugplatzes, dem Erwerb von über 200 Hektar dieses Geländes durch die Gemeinde und Bauleitplanungen in Unterbiberg ein neues Kapitel der Gemeindegeschichte aufgeschlagen: Es entstehen einerseits Neubaugebiete (Mainstraße, „Vivamus“/Unterbiberg, „Auf der Heid“), andererseits Gemeinschaftseinrichtungen wie der Landschaftspark Hachinger Tal, der Friedhof, eine neue Schule und anderes.

 

Die Verantwortlichen in Rathaus und Gemeinderat werden, im Einklang mit den Interessen aller Bürger Neubibergs, dafür sorgen, dass auch durch die aktuellen und zweifellos tiefgreifenden Veränderungen in Bevölkerung und Siedlungsstruktur die historisch gewachsene Eigenart Neubibergs nicht verloren geht. Deren besondere Kennzeichen sind der zeitgemäße Gartenstadtcharakter, optimale Bildungs-, Freizeit- und Kommunikationseinrichtungen und ein intensives, gesellschaftliches, kirchliches, kulturelles, sportliches und von bürgerschaftlichem Engagement getragenes Gemeinschaftsleben.

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