Asiatischer Laubholzbockkäfer

Spezialisten der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) haben Mitte September 2014 mehrere Bäumen entdeckt, die Asiatischen Laubholzbockkäfer (ALB) befallen sind. Damit sich der gefährliche Baumschädling nicht großflächig ausbreitet, muss das betreffende Gebiet nach Vorgaben des Bundes und der Europäischen Union unter Quarantäne gestellt werden.

Allgemeinverfügung regelt Quarantänezone

Um den Befallsherd wurde eine dem Flugvermögen des Käfers entsprechende Quarantänezone mit einem Radius von 2.200 Metern ausgewiesen. Innerhalb dieser Zone sind Eigentümer verpflichtet, ihre Laubbäume regelmäßig auf Befallssymptome und geschlüpfte Käfer zu kontrollieren.

Weitere Details zu den in der Quarantänezone zu beachtenden Maßnahmen werden durch Allgemeinverfügungen der zuständigen Ämter (Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) und Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Ebersberg (AELF Ebersberg)) geregelt.

Befallene Bäume müssen gefällt werden

Funde des Asiatischen Laubholzbockkäfers oder Befallsanzeichen sind meldepflichtig. Befallene oder befallsverdächtige Bäume müssen nach den entsprechenden Vorgaben der LfL unverzüglich gefällt und entsorgt werden. Ob weitere Laubbäume, die als Wirtspflanzen in Frage kommen, im Umkreis des Befallsherds von 200 Metern gefällt werden müssen, entscheidet die LfL im Einzelfall.

Dieses Vorgehen ist für den verbleibenden Baumbestand unerlässlich, denn die Abholzung dieser Bäume ist die bislang einzige wirksame Maßnahme, um den Käfer zu bekämpfen. Befallene Bäume sind nicht mehr zu retten und sterben binnen weniger Jahre ab.

Erfolgreiche dritte Fällaktion in Neubiberg - keine neuen ALB-Funde

Die LfL führte vom 22. bis zum 30. September 2015 die dritte Fällaktion in Neubiberg durch, um gegen den ALB vorzugehen. Die Untersuchungsergebnisse sind erfolgversprechend: Weder bei den Fällungen selbst, noch bei der Untersuchung der Holzproben im Labor, konnten ALB-Befallsmerkmale gefunden werden.

Die fehlenden Befallsfunde zeigen, dass das Ziel der Ausrottung des ALBs in Neubiberg realisierbar ist. Aktuell sind keine weiteren Fällungen erforderlich. In der Folgezeit bittet die LfL die Besitzer von Laubbäumen um Unterstützung, indem sie ihre Gehölze regelmäßig auf ALB-Befallsanzeichen untersuchen.

Ausführliche Informationen können Sie der Pressemitteilung der LfL vom 7. Oktober 2015 entnehmen.

Vorsichtige Entwarnung

Die Maßnahmen zur Ausrottung des ALB laufen weiter. Für 2017 plant die LfL weitere intensive Kontrollen. Vom Spätwinter 2016 bis in den Frühsommer 2017 überprüfen Baumsteiger die Wirtspflanzen in den Hausgärten und im öffentlichen Grün der Fokuszone. Die Kontrollen der spezifizierten Wirtspflanzen, die im Zuge von Fällungen und Pflegeschnitten durch die Grundstückseigentümer erfolgen, werden von der LfL mit ihren Spürhundeteams weitergeführt. Auch das Bodenmonitoring in ausgewählten Bereichen der QZ läuft weiter.

Das Ergebnis der Bemühungen stimmt vorsichtig optimistisch. Es wurden bisher keine weiteren Befallssymptome gefunden. Die Kontrollen müssen allerdings mindestens vier Jahre erfolgen. Erst wenn innerhalb dieser Zeit keine neuen Anzeichen auf ein Vorkommen des Käfers gefunden werden, enden die Allgemeinverfügungen von LfL und AELF und der Quarantänestatus wird aufgehoben.

Aushilfskräfte für Bodenmonitoring gesucht!

Im Rahmen der Bekämpfung des ALB sucht die LfL für die Quarantänezone Neubiberg zum nächstmöglichen Zeitpunkt Aushilfskräfte für das Bodenmonitoring. Sie unterstützen dabei die Fachkräfte im Hoheitsvollzug.

Wenn Sie Interesse an der Tätigkeit haben, wenden Sie sich bitte direkt an die LfL. Weitere Informationen entnehmen Sie der Stellenbeschreibung.