Asiatischer Laubholzbockkäfer

Quarantänezone in Neubiberg aufgehoben

Die Landesanstalt für Landwirtschaft ging erfolgreich gegen den ALB vor. Am 22. Januar informiert die LfL Interessierte in einer Infoveranstaltung.

Das Vorgehen der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) gegen den Asiatischen Laubholzbockkäfer (ALB) war erfolgreich: Die Quarantänezone Neubiberg inklusive Waldperlach konnte am 1. Januar 2020 aufgehoben werden. Die konsequente Umsetzung der Maßnahmen des EU-Durchführungsbeschlusses 2015/893 und die gute Zusammenarbeit vor Ort mit den Anwohnern, den Kommunen sowie dem Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Ebersberg (AELF) haben dies möglich gemacht.

Nach den Funden des Käfers und seiner Befallsmerkmale in Neubiberg (Landkreis München) in den Jahren 2014 und 2015 erfolgten die Bekämpfungsmaßnahmen der LfL in mehreren Schritten. In den darauf folgenden vier Jahren wurden trotz intensiver Suche weder beim Monitoring vom Boden aus, beim Spürhunde-Einsatz, noch beim Kronenmonitoring durch Baumkletterer, in Pheromonfallen oder an Fangbäumen weitere Anzeichen des ALB entdeckt. Das Vorkommen kann somit als erloschen gelten. Alle Auflagen der Allgemeinverfügungen der LfL und des AELF Ebersberg endeten daher mit Ablauf des 31. Dezembers 2019.

Damit ist Neubiberg nach Neukirchen (Landkreis Passau) bereits das zweite bayerische Befallsgebiet, in dem es gelungen ist, den ALB auszurotten. Dass die Quarantänezeit in Neukirchen von 2004 bis 2015 lief und der Erfolg in Neubiberg bereits nach fünf Jahren erreicht wurde, spricht für den im Jahr 2015 erlassenen EU-Durchführungsbeschluss 2015/893 und die auf seiner Grundlage verfasste, bundesweit geltende Leitlinie des Julius Kühn-Institutes. Das sind die rechtlichen Regelungen nach denen die LfL vorgeht.

Bayernweit ist die LfL auf einem guten Weg: Wenn im Jahr 2020 keine weiteren Funde mehr folgen, wird ein Großteil der zurzeit fünf ALB-Quarantänezonen aufgehoben. Der ALB-Fund in Miesbach (Landkreis Miesbach) im August 2019 zeigt allerdings, dass die Wachsamkeit gegenüber dem ALB weiter geboten ist.

Informationsveranstaltung der LfL am 22. Januar

Um allen von der Quarantäne betroffenen Bürgerinnen und Bürgern, den Gemeinden, Firmen und Institutionen einen Überblick über die geleisteten Arbeiten und einen Ausblick in die Zukunft zu geben, laden LfL und AELF zusammen mit dem Münchner Bezirksausschuss Ramersdorf-Perlach alle Interessierten am 22. Januar 2020 um 19.00 Uhr zu einer Informationsveranstaltung in die Gaststätte Leiberheim, Nixenweg 9 in Waldperlach ein.

Weitere Informationen unter:
Asiatischer Laubholzbockkäfer in Bayern
Asiatischer Laubholzbockkäfer in Neubiberg (Landkreis München)


"Aufatmen in Neubiberg" - die LfL im Interview

Zudem finden Sie in der aktuellen Ausgabe der Gemeindebroschüre Nanu 1/2020 ein ausführliches Interview ("Aufatmen in Neubiberg") mit Gerhard Kraus, dem Gebietsbeauftragten Neubibergs von der LfL. Er berichtet darüber, wie die LfL gegen den Asiatischen Laubholzbockkäfer vorgegangen ist und was es nach dem Ende der Quarantänezone weiter zu beachten gilt. Das vollständige Interview "Aufatmen in Neubiberg" können Sie hier abrufen, Sie finden es auf den Seiten 10-13.


Der Asiatische Laubholzbockkäfer in Neubiberg - eine Chronik

Spezialisten der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) haben Mitte September 2014 mehrere Bäumen entdeckt, die Asiatischen Laubholzbockkäfer (ALB) befallen sind. Damit sich der gefährliche Baumschädling nicht großflächig ausbreitet, muss das betreffende Gebiet nach Vorgaben des Bundes und der Europäischen Union unter Quarantäne gestellt werden.

Allgemeinverfügung regelt Quarantänezone

Um den Befallsherd wurde eine dem Flugvermögen des Käfers entsprechende Quarantänezone mit einem Radius von 2.200 Metern ausgewiesen. Innerhalb dieser Zone sind Eigentümer verpflichtet, ihre Laubbäume regelmäßig auf Befallssymptome und geschlüpfte Käfer zu kontrollieren.

Weitere Details zu den in der Quarantänezone zu beachtenden Maßnahmen werden durch Allgemeinverfügungen der zuständigen Ämter (Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) und Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Ebersberg (AELF Ebersberg)) geregelt.

Befallene Bäume müssen gefällt werden

Funde des Asiatischen Laubholzbockkäfers oder Befallsanzeichen sind meldepflichtig. Befallene oder befallsverdächtige Bäume müssen nach den entsprechenden Vorgaben der LfL unverzüglich gefällt und entsorgt werden. Ob weitere Laubbäume, die als Wirtspflanzen in Frage kommen, im Umkreis des Befallsherds von 200 Metern gefällt werden müssen, entscheidet die LfL im Einzelfall.

Dieses Vorgehen ist für den verbleibenden Baumbestand unerlässlich, denn die Abholzung dieser Bäume ist die bislang einzige wirksame Maßnahme, um den Käfer zu bekämpfen. Befallene Bäume sind nicht mehr zu retten und sterben binnen weniger Jahre ab.

Erfolgreiche dritte Fällaktion in Neubiberg - keine neuen ALB-Funde

Die LfL führte vom 22. bis zum 30. September 2015 die dritte Fällaktion in Neubiberg durch, um gegen den ALB vorzugehen. Die Untersuchungsergebnisse sind erfolgversprechend: Weder bei den Fällungen selbst, noch bei der Untersuchung der Holzproben im Labor, konnten ALB-Befallsmerkmale gefunden werden.

Die fehlenden Befallsfunde zeigen, dass das Ziel der Ausrottung des ALBs in Neubiberg realisierbar ist. Aktuell sind keine weiteren Fällungen erforderlich. In der Folgezeit bittet die LfL die Besitzer von Laubbäumen um Unterstützung, indem sie ihre Gehölze regelmäßig auf ALB-Befallsanzeichen untersuchen.

Ausführliche Informationen können Sie der Pressemitteilung der LfL vom 7. Oktober 2015 entnehmen.

Vorsichtige Entwarnung

Die Maßnahmen zur Ausrottung des ALB laufen weiter. Für 2017 plant die LfL weitere intensive Kontrollen. Vom Spätwinter 2016 bis in den Frühsommer 2017 überprüfen Baumsteiger die Wirtspflanzen in den Hausgärten und im öffentlichen Grün der Fokuszone. Die Kontrollen der spezifizierten Wirtspflanzen, die im Zuge von Fällungen und Pflegeschnitten durch die Grundstückseigentümer erfolgen, werden von der LfL mit ihren Spürhundeteams weitergeführt. Auch das Bodenmonitoring in ausgewählten Bereichen der QZ läuft weiter.

Das Ergebnis der Bemühungen stimmt vorsichtig optimistisch. Es wurden bisher keine weiteren Befallssymptome gefunden. Die Kontrollen müssen allerdings mindestens vier Jahre erfolgen. Erst wenn innerhalb dieser Zeit keine neuen Anzeichen auf ein Vorkommen des Käfers gefunden werden, enden die Allgemeinverfügungen von LfL und AELF und der Quarantänestatus wird aufgehoben.

Aushilfskräfte für Bodenmonitoring gesucht!

Im Rahmen der Bekämpfung des ALB sucht die LfL für die Quarantänezone Neubiberg zum nächstmöglichen Zeitpunkt Aushilfskräfte für das Bodenmonitoring. Sie unterstützen dabei die Fachkräfte im Hoheitsvollzug.

Wenn Sie Interesse an der Tätigkeit haben, wenden Sie sich bitte direkt an die LfL. Weitere Informationen entnehmen Sie der Stellenbeschreibung.