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Aktion Christkind

Balsam für die Seele

Jedes Jahr bekommen Heimbesucher in Neubiberg ein Geldgeschenk mit einem persönlichen Weihnachtsgruß von der Gemeinde. Für die Pflegebedürftigen ist das immer ein besonderer Moment der Zuwendung und Anerkennung.
4. Dezember 2013

Der 74-jährige beinamputierte Rollstuhlfahrer Günter Rusch mit Verwaltungsleiter Guido Barck: „Ich werde mir ein paar Zigarillos und eine Extra-Tafel Schokolade leisten.“ (Foto: Ina Berwanger)

Wenn kurz vor Weihnachten ein Umschlag der Gemeinde Neubiberg auf sie wartet, dann wissen die Bedürftigeren der Gemeindebürger, dass sein Inhalt für sie eine festliche Bescherung der besonderen Art zum Inhalt hat: Das Geldgeschenk in Form von 50 Euro lässt die Herzen höher schlagen. Denn was für die einen vielleicht eine vergleichsweise bescheidene Summe ist, macht anderen eine umso größere Freude. Und diese bringt alle Jahre wieder die Aktion Christkind in Neubiberger Häuser.  

 

Das Gefühl, nicht vergessen zu sein  

 

Wie zum Beispiel in das Senioren- und Pflegeheim Ludwig Feuerbach. Dort leben zurzeit 135 Menschen, ihr Durchschnittsalter liegt bei 84 Jahren. 38 von ihnen können sich heuer auf Post von der Gemeinde Neubiberg freuen, die Verwaltungsleiter Guido Barck in seinem Büro persönlich verteilt. Er weiß, wie viel den alten Menschen diese Zuwendung bedeutet. „Die Gemeinde macht das immer sehr schön, in jedem Umschlag findet sich neben dem Geldgeschenk auch ein persönlicher Weihnachtsgruß“, freut sich der Heimmitarbeiter über die liebevolle Gabe für seine Schützlinge. Diese genießen auch ganz besonders das Gefühl, nicht vergessen zu sein, dazuzugehören, beschenkt zu werden. Und die 50 Euro extra sind für die 38 Beschenkten eine stolze Summe, weiß Heimleiter André Schinck: „Mit den 110 Euro Taschengeld im Monat vom Bezirk können die 38 Sozialhilfeempfänger keine Ersparnisse für Weihnachtsgeschenke anhäufen oder sich mal eine kleine Freude nebenbei leisten.“  

 

So wie Günter Rusch. Dem 74-jährigen beinamputierten Rollstuhlfahrer huscht ein verschmitztes Lächeln der Vorfreude über das Gesicht, als er sagt: „Ich werde mir ein paar Zigarillos und eine Extra-Tafel Schokolade leisten.“  50 Euro zur freien Verfügung zu haben, vielleicht, um Angehörigen, die zu Hilfestellungen öfter mal ins Heim kommen, ein kleines Weihnachtsgeschenk zu kaufen oder sich selber eine besondere Kleinigkeit zu leisten, das sei Balsam auf die Seele der Beschenkten, erlebt André Schinck immer wieder. „Sie haben alle ihr Leben lang gearbeitet“, sagt er und freut sich mit den alten Menschen, deren Rente trotzdem zu gering für alles ist, über dieses ganz spezielle Christkind für sie. „Deswegen möchte ich im Namen der Bewohner und von uns allen den fleißigen Spendern der Aktion Christkind und natürlich auch der Gemeinde Neubiberg einen ganz herzlichen Dank sagen.“  

 

Psychisch Kranke nicht ausgenommen  

 

„Das ist eine sehr gute Idee und keine geringe Summe für unsere Bewohner“, sagt auch Wohngruppenleiterin Andrea Zanker von der Bayerischen Gesellschaft für psychische Gesundheit. Sechs Männer und acht Frauen leben in der Langzeitwohngemeinschaft mitten in Neubiberg – und unter den Neubibergern, nicht neben ihnen. Die chronisch psychisch Kranken und ihre Betreuer Birgit Hell, Eberhard Hoppe und Iwona Schneider werden von ihren Nachbarn respektiert, einer hängt ihnen zu Weihnachten sogar immer ein Geschenk an die Haustür.  

 

Auch die Umschläge der Gemeinde sind für die Menschen in der Wohngemeinschaft ein Zeichen von Zuwendung und Akzeptanz, beides im Grunde so selbstverständlich und doch etwas Wohltuendes, Warmes. Jede und jeder legt das Geld so an, wie es ihm am liebsten ist. Ob es die zweite Schachtel Zigaretten ist oder sogar ein Buch, welches das Regal im Zimmer dauerhaft bereichert.  

 

Am größten ist die Freude über die von Herzen kommenden Spenden, die im Übrigen dank der fleißigen Neubiberger nicht nur an Weihnachten, sondern rund ums Jahr Hilfsbedürftigen das Leben etwas leichter machen. Dazu zählen längst auch die Aktion Schultüte oder die Aktion Osterhase oder ausgesuchte einzelne Projekte. Jedes von ihnen, jede Aktion ist hilfreich, unverzichtbar – und Ausdruck einer Gemeinde, in der das Wort Gemeinschaft auch aktiv gelebt wird. Weitere Informationen zu den verschiedenen Aktionen und dem Spendenkonto unter Kirche und Soziales/Aktion Christkind.