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Taufkirchen

Asylbewerber vorübergehend in Sporthalle untergebracht

Die Regierung von Oberbayern setzt den Winternotfallplan in Kraft: Rund 200 Asylbewerber aus den Westbalkanstaaten werden in der Dreifachturnhalle einquartiert. Die Halle ist vom Schulbetrieb räumlich getrennt.
16. Februar 2015

280 Betten in der Dreifachsporthalle in Taufkirchen. (Foto: Landratsamt München)

In den vergangenen Tagen hat der Flüchtlingsstrom eine neue Dimension erreicht. Rund 650 Asylsuchende hat die Regierung von Oberbayern an einem einzigen Tag registriert. Insbesondere aus den Westbalkanstaaten kommt eine regelrechte Fluchtwelle auf Bayern zu.

 

Unmittelbar vor dem Faschingswochenende wurde dem Landratsamt signalisiert, dass sich der Landkreis München voraussichtlich ab Rosenmontag auf eine notfallmäßige Unterbringung von rund 200 Asylbewerbern einstellen muss. Im Rahmen seiner Notfallplanung wird das Landratsamt die Zufluchtssuchenden in der Dreifachturnhalle des Sport- und Freizeitparks Taufkirchen am Köglweg 99 unterbringen.

 

Im Landratsamt ist man auf diese kurzfristige Zuweisung von einer großen Zahl an Asylbewerbern gut vorbereitet. Bereits Anfang November letzten Jahres waren alle Kreisverwaltungsbehörden im Regierungsbezirk Oberbayern aufgefordert, im Rahmen eines sogenannten Winternotfallplanes eine sofort verfügbare Unterkunft für 200 bis 300 Menschen bereitzuhalten.

 

Nach intensiven Recherchen und Abstimmungen mit den kreisangehörigen Kommunen fiel die Wahl schließlich auf die Dreifachhalle des Sport- und Freizeitparks in Taufkirchen. Für die Halle spricht, dass diese ausreichend Platz für die Asylbewerber und die nötige Infrastruktur bietet und von einem Schulbetrieb räumlich getrennt ist. Nichtsdestoweniger wird es leider zu Einschränkungen im Schul- und Vereinssport kommen.

 

In einer Lagerhalle wurden in ausreichender Menge Betten, Kissen, Decken, Hygieneartikel, Tische und Bänke gelagert, sodass die Halle nun sofort als Notunterkunft hergerichtet und genutzt werden kann. Die Verpflegung der Asylsuchenden wird zunächst über Hilfsdienste sichergestellt. In den kommenden Wochen wird dann ein Caterer die Versorgung vor Ort übernehmen.

 

Wie lange die Asylbewerber, die höchstwahrscheinlich aus dem Kosovo kommen werden, in der Turnhalle verbleiben werden, steht zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht genau fest. Beabsichtigt wird allerdings, die Notunterkunft nur wenige Wochen zu belegen und baldmöglichst wieder zu schließen.

 

In den ersten Tagen werden die Asylsuchenden, die bereits einer ersten, von der Regierung von Oberbayern veranlassten medizinischen Inaugenscheinnahme unterzogen sein werden, durch Mitarbeiter des Landratsamtes betreut. Sozialbetreuer werden immer wieder vor Ort sein und alles Nötige in die Wege leiten. Ein Sicherheitsdienst wird rund um die Uhr den Zugang zur Unterkunft regeln. Das Gesundheitsamt wird sich in den nächsten Tagen um die medizinische Untersuchung und Betreuung der Menschen kümmern.