Größter Anziehungspunkt für Ausflügler und Erholungssuchende in Neubiberg ist der Umweltgarten. Im Jahr 1984 beschloss der Gemeinderat, die 3,2 Hektar große Fläche eines Sportgeländes als naturnahes Ökogelände der Öffentlichkeit zur Umwelterziehung und Erholung in der Natur zur Verfügung zu stellen, und gab damit das Startsignal für ein bayernweit einmaliges Projekt zur Umweltbildung. Durch die engagierte Zusammenarbeit von Vertretern der örtlichen Umweltvereine, Fachleuten und engagierten Bürgern und unter der Schirmherrschaft von Professor Heinz Sielmann (Tierfilmer und Stiftungsmitglied des World Wildlife Found) entstanden binnen drei Jahren verschiedene Biotope und eine Heimstatt für einige bedrohte Tierarten im Umweltgarten. Nach und nach wurde der Umweltgarten erweitert. Neben den Ponys bevölkerten auch Schafe und Ziegen das Gelände, der Acker wurde aus dem Schulgarten ausgelagert, die Kräuterspirale, das Hügelbeet und der Ameisenhügel wurden angelegt. Für Veranstaltungen zur Umweltbildung wurde die Ökoschule errichtet. Das Informationshaus am Marktplatz beherbergt das Büro des Umweltgartenleiters mit einer umfangreichen Präsenzbibliothek zu Themen aus dem Bereich Natur und Umwelt. In den zurückliegenden Jahren wurde der Umweltgarten in der Hauptsache durch eine hauptamtliche Fachkraft und Zivildienstleistende betreut. 2003 gründete sich der „Umweltgartenverein Neubiberg“, eine Initiative engagierter Gemeindebürger, die den ursprünglichen Gedanken der „Einrichtung von Bürgern für Bürger“ wieder verstärkt in die Tat umsetzen möchten.
Seit seiner Eröffnung am 8. Mai 1988 ist der Umweltgarten nicht nur zur beliebtesten Einrichtung bei den Neubiberger Bürgern geworden, sondern auch über die Grenzen Bayerns hinaus bekannt. Jährlich nutzen mehr als 100 Schulklassen, Kindergarten- und auch Erwachsenengruppen die Möglichkeit einer Führung durch den Umweltgarten. Heute können die Besucher in über 20 naturnah gestalteten Lebensräumen das Zusammenleben verschiedener Pflanzen- und Tiergemeinschaften beobachten. So werden anschaulich und informativ Kenntnisse über ökologische Zusammenhänge sowie Einblicke in die Vielfalt der Natur vermittelt. Besondere Anziehungskraft üben die Umweltgartentiere auf die Besucher aus: Etwa 80 Haustiere leben derzeit im Neubiberger Umweltgarten wie in einer großen bäuerlichen Lebensgemeinschaft. Mit der Tierhaltung soll die Erinnerung an artgerechte Haltungsbedingungen für Haus- und Nutztiere wachgehalten werden. Viele Bürgerinnen und Bürger aus Neubiberg und Umgebung tragen durch ihre Spenden als „Tierpaten“ zur Sicherung des erhöhten finanziellen Aufwandes bei.
Zu einem festen Treffpunkt ist für manche der Biomarkt im Umweltgarten geworden. Er findet einmal wöchentlich auf dem Marktplatz statt. Hier kann der Besucher aus einem reichhaltigen Angebot an Produkten mit garantiert ökologischer Herkunft auswählen. Beim „Großen Biomarkt“, der von April bis November einmal monatlich abgehalten wird, finden sich weitere Anbieter ein. Hier sind dann auch Vertreter verschiedener Vereine und Organisationen anwesend, die über diverse Themen aus dem Bereich Natur und Umwelt informieren. Für die kleinen Besucher gibt es außerdem ein betreutes Kinderprogramm. Weitere Veranstaltungen, wie z.B. Umwelttage, Pflanzenflohmärkte, Baumschnittkurse, Kompostvorführung und St. Martinsfeier runden das Programmangebot des Umweltgartens ab.

