"3-W-Strategie"

Wirtschafts- und Gewerbereferent Michael Jäger und Erster Bürgermeister Günter Heyland haben dem Gemeinderat im November 2010 aufgezeigt, dass man zur Verbesserung der Einnahmesituation ein zielgerichtetes Vorgehen braucht. Bei dieser Strategieentwicklung unterstützte Kurt Mosen aus dem ABOS Unternehmerverbund professionell, der unter anderem kleine und mittlere Unternehmen unter dem Motto FIT FOR FUTURE coacht und berät. Bei der Überlegung, wo Neubibergs Stärken liegen, war man sich schnell einig, dass sich diese auf drei Bereiche konzentrieren:

 

  • In jedem Fall sind Neubibergs Bürger, die sich rege am Gemeindeleben beteiligen, der wichtigste zu berücksichtigende Bereich, welcher als „Wohnbevölkerung“ definiert wurde.
  • Die „Wirtschaft“ als solche ist ebenfalls ein wichtiger Baustein, da es in diesem Bereich gilt, durch geeignete Maßnahmen über die Gewerbesteuer die Einnahmesituation zu verbessern.
  • Mit der Universität der Bundeswehr und ihren zahlreichen Forschungseinrichtungen sowie unter anderem der Unternehmenszentrale der Infineon Technologie AG, die im Hochtechnologiebereich tätig ist, besitzt Neubiberg zudem Aushängeschilder, die den Bereich der „Wissenschaft“ verkörpern.

 

Die Berücksichtigung der drei Bereiche „Wohnbevölkerung“, „Wirtschaft“ und „Wissenschaft“, die jeweils auch in wechselseitigen Beziehungen zueinander stehen, wurde als „3-W-Strategie“ benannt, die es allerdings mit Inhalten zu füllen galt. Bei dem folgenden Workshop „Gemeindemarketing-Wirtschaftsförderung“, erarbeiteten die 18 teilnehmenden Gemeinderatsmitglieder, die sich in Arbeitsgruppen entsprechend der Strategiefelder „Wirtschaft“, „Wissenschaft“ und „Wohnbevölkerung“ aufteilten, zahlreiche Handlungsmaßnahmen. Für den Bereich „Wirtschaft“ wurden 32 Maßnahmen, für den Bereich „Wissenschaft“ 41 und für den Bereich „Wohnbevölkerung“ 40 Maßnahmen definiert. Dabei wurden die Handlungsmaßnahmen zeitlich wie folgt unterschieden: Kurzfristig = Zwölf Monate, Mittelfristig = Amtsperiode bis 2014 und Langfristig = Neubiberg 2020.

 

Anschließend wurden die Workshop-Teilnehmer gebeten, die Maßnahmen nach ihrer persönlichen Einschätzung zu priorisieren. Zur einheitlichen Vorgehensweise erfolgte die Priorisierung nach dem „Eisenhower-Diagramm“ (Prioritäten A-D, jeweils 4 Punkte bis 1 Punkt). Die Vorstellung der Ergebnisse erfolgte in der Gemeinderatssitzung am 11. April 2011. Für die einzelnen Strategiefelder ergaben sich folgende Anzahlen an Prioritäten: Wohnbevölkerung: 40 Handlungsmaßnahmen und 24 Prioritäten, Wirtschaft: 32 Handlungsmaßnahmen und 21 Prioritäten sowie Wissenschaft: 41 Handlungsmaßnahmen und 20 Prioritäten.

 

Das gesamte Gremium erkannte die erarbeiteten Handlungsmaßnahmen für die drei Strategiefelder als verbindlich an. Hinsichtlich umzusetzender Maßnahmen beschränkte sich der Gemeinderat auf die jeweils fünf ersten Handlungsmaßnahmen des jeweiligen Strategiefeldes, wobei Maßnahmen mit gleicher Punktzahl gleichrangig bewertet wurden. Die Ergebnisse können nachstehender Tabelle entnommen werden.

Strategiefeld

Rang

Handlungsmaßnahme

Zeitziel

Wohnbevölkerung

1

ausgebautes, gefahrfreies Radwegenetz

mittelfristig

2

Bahnhofskiosk: Service am Sonntag

kurzfristig

3

Kinderbetreuungsangebote ausbauen

mittelfristig

3

Bebauungsplan Nr. 60 b: Grunddienstbarkeit der Gemeinde für Wohnungen für Personen in sozialen Berufen

kurzfristig

4

zeitliche und wegmäßige Erweiterung des MVV-Angebots, zum Beispiel Busanbindung nach 20 Uhr von/nach Neuperlach Süd

mittelfristig

5

lebendige Gemeinschaft, zum Beispiel Mitarbeit von Eltern bei Mittagsbetreuung fordern

mittelfristig

Wirtschaft

1

Bekanntmachung verfügbarer Gewerbeflächen bei IHK etc. ("Sisby")

kurzfristig

2

Werbung für Standort (Gewerbesteuer, Lage - Nähe zur Landeshauptstadt München, Infrastruktur)

kurzfristig

3

Planstellen in Verwaltung schaffen:

Koordinierung, Werbung, Lageführung und Bauplanung

mittelfristig

4

Förderung eines aktiven Gewerbeverbandes

kurzfristig

5

Hauptstraße attraktiv gestalten

mittelfristig

5

Bahnhofsumfeld, Service-Store mit "Leben füllen" -> in Gespräche mit der Bahn treten

kurzfristig

Wissenschaft

1

Die Bundeswehr-Uni als Standortvorteil vermarkten

kurzfristig

2

E-Tankstellennetz (IFX+FHvS+Floriansanger) bekanntmachen

mittelfristig

3

Gegenseitigkeit! -> Uni soll für Neubiberg werben

kurzfristig

3

Wohnangebot für Wissenschaftler und Studenten (auch kurzzeitige für Diplomanden, Werkstudenten)

mittelfristig

4

"Willkommenskultur" bei Gemeinde, Gewerbe und Institutionen

kurzfristig

4

High-speed VDSL-Netze zwingend notwendig

mittelfristig

4

Auftreten auf Wikipedia, Facebook

mittelfristig

5

Facebook - Gemeindeseite: jung -dynamisch mit Themen für junge Leute füllen - Diskussionsplattform -> Interesse an Gemeinde + Politik

mittelfristig